„Rio + 18 - Zu Gast in Afrika“
Aktionswochen vom 31. Mai bis 26. Juni 2010
Das Informationszentrum 3. Welt Minden e.V. hat seine Rio - Veranstaltungen 2010 fortgesetzt. Nachdem in den letzten Jahren zentrale Themen
herausgestellt wurden, wurde in diesem Jahr der Schwerpunkt auf den Kontinent Afrika gesetzt. Die Fußballweltmeisterschaft hat zugleich im Juni/Juli das weltweite Interesse auf den von Hunger und Armut gekennzeichneten Kontinent gerichtet.
Inhaltlich wurden unterschiedliche Initiativen und Organisationen aus der Region beteiligt. Die Ausstellung „Leben und Gesundheit in Ghana“ (www.gesichter-afrikas.de) vom MGFFI wurde in der Zeit vom 31. Mai bis 18 Juni 2010 im Mindener Preußenmuseum gezeigt. Ergänzend zur Ghana-Ausstellung wurde Frauenkunst aus Zimbabwe präsentiert.
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Leben und Gesundheit in Ghana
Bild aus der Fotoausstellung „Leben und Gesundheit in Ghana“
Die Wirtschaft Ghanas ist stark vom Agrarsektor geprägt. Für über 60% der Bevölkerung ist er die bedeutendste Einkommensquelle. Daneben sind der
Dienstleistungssektor und der Bergbau wachsende Branchen.
Der Name „Goldküste“, den Ghana zu Kolonialzeiten trug, verweist auf seinen Reichtum an Rohstoffen, zu denen Gold, Mangan, Bauxit und
Diamanten gehören. Kakao, Gold und Edelhölzer zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Landes. In jüngster Zeit wurden vor der Küste des Landes Öl- und Erdgasvorkommen entdeckt.
Ausstellungseröffnung am 31. Mai 2010
Die Ausstellung zeigt in 20 großfomatigen Bildern Impressionen aus dem Alltag sowie dem Gesundheitsbereich in Ghana, u.a. ein von der
Landesregierung gefördertes Gesundheitsprojekt. Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI) hat in Zusammenarbeit mit DIE ÄRZTE für AFRIKA e.V.
und dem Fotografen Joachim Schmeisser die Ausstellung konzipiert.
Egon Stellbrink als Stellvertretender Bürgermeister, Carsten Reuss vom Preußenmuseum und Hans-Christoph Boppel (Foto) vom MGFFI überbrachten Grußworte.
Hans-Christoph Boppel vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI) beschrieb die entwicklungspolitische Zielsetzung der Landesregierung und erläuterte die Hintergründe für das Zustandekommen dieser Ausstellung. Das MGFFI
koordiniert gemeinsam mit dem ghanaischen Außenministerium die Partnerschaft zwischen NRW und der westafrikanischen Republik.
Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt im pdf-Format
Diskussionsveranstaltung mit Denis Goldberg am 2. Juni 2010
„Hunger und Armut in Afrika im Schatten der WM 2010“
Goldberg wurde 1964 gemeinsam mit Nelson Mandela zu lebenslanger Haft verurteilt. 22 Jahre verbrachte er in den Gefängnissen des Apartheidstaates.
Ungebrochen setzte er sich auch nach seiner Entlassung aus der Haft in seinem Londoner Exil für die Abschaffung der Apartheid ein.
In der Aula des Herdergymnasiums vermittelte er eindrücklich und in deutscher Sprache seine Erlebnisse in dem Unrechtssystem und benannte
die eingeleiteten Veränderungen nach dem Sieg über die Apartheid. Die Herausforderungen bei der Überwindung der durch die von Weißen geschaffenen Ungerechtigkeiten benötigen nach seiner Einschätzung einen
langen Atem, und die teilweise schiefe oder kurzsichtige Berichterstattung im Westen wurde durch ihn korrigiert.
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urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Einwilligung der Chefredaktion weiterverwandt werden".
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PROGRAMMÜBERSICHT
31. Mai – 18. Juni 2010
„Leben und Gesundheit in Ghana“
Ausstellung im Preußenmuseum
31. Mai 2010, 12.00 Uhr, Eröffnung der Ausstellung
2. Juni 2010, 17.00 Uhr
„Hunger und Armut in Afrika im Schatten der WM 2010“
Diskussionsveranstaltung mit Denis Goldberg, Wegbegleiter von Nelson Mandela, Herdergymnasium
10. Juni 2010, 17.00 Uhr
„Hibos Lied“ Film und Vortragsveranstaltung zum Thema „Weibliche
Genitalverstümmelung“ mit der Autorin Renate Bernhard
e-werk, Raum Petershagen, Hermannstraße 21a in Minden.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung des
Kirchenkreises Minden und der Gleichstellungsstelle der Stadt Minden
Weltweit leben etwa 140 Millionen Frauen die zwangsweise beschnitten wurden. Jährlich kommen etwa 2 Millionen Opfer, überwiegend aus dem
mittleren Afrika, dazu. „Hibos Lied“ ist ein preisgekrönter Dokumentarfilm über beschnittene Frauen in Deutschland. Er erzählt von den seelischen und körperlichen Nöten, mit denen viele beschnittene Frauen leben müssen und
beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen Ritual und moderner Ehe.
Nach der Filmvorführung gibt es die Möglichkeit zur Diskussion mit der Autorin Renate Bernhard.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit zwischen 100 und 140 Millionen Frauen und Mädchen an den Genitalien beschnitten
(Stand 2008); in Afrika sind in jedem Jahr etwa drei Millionen Mädchen von solchen Eingriffen bedroht.
Ein Afarmädchen
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Inhalten in allen Sprachen der Welt:
Die Afar sind ein nomadisches Volk, das im sogenannten Afar-Dreieck im
Osten Eritreas, im Nordosten Äthiopiens und in Dschibuti lebt. Wie andere ethnische Gruppen in Afrika sind die Afar damit ein Opfer der Grenzziehungen während der kolonialen Aufteilung Afrikas Ende des 19.
Jahrhunderts. In erster Linie leben sie von der Viehzucht und in Küstennähe von der Fischerei. Die Mädchenbeschneidung ist in Form der Infibulation üblich. Anette Weber und Rüdiger Nehberg sind aufgrund ihres
Engagements gegen die Genitalverstümmelung zu den ersten "Ehrenbürgern der Afar" ernannt worden.
Als Beschneidung weiblicher Genitalien werden kulturell verankerte
Praktiken bezeichnet, bei denen weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden. Solche Eingriffe werden an Personen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt; in den meisten Fällen jedoch vor
Beginn oder während der Pubertät.
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14. bis 17. Juni 2010
„Afrikanische Filmwoche“ im BÜZ
21. bis 26. Juni 2010
„Afrika bittet zu Tisch“ - Streifzug durch die afrikanische Küche
Frühstücksladen Sonnenaufgang, Hufschmiede
Früchte aus Afrika, Chapati …
Suppkultur, Hufschmiede, jeden Tag ein anderes Essen und
Freitag, den 25. Juni, abends, afrikanische Speisen und Musik.
26. Juni 2010 ab 17.00 Uhr
Großes Afrikafest im BÜZ
mit Livemusik, afrikanischen Spezialitäten, Informationsständen.
Zum Abschluss afrikanische Disco.
MT, 26.06.2010, Seite 10
Afrikafest am BÜZ
Die Aktionswochen „Rio plus 18“ enden mit einer Feier / Liveprogramm
Zur Berichterstattung im Mindener Tageblatt im pdf-Format
Pure afrikanische Lebensfreude
„Mabo & Friends“ begeistern Zuschauer am Kulturzentrum Büz
Trotz Problemen in ihrer Heimat: „Mabo & Friends“ sprühen vor Vitalität.
Minden (cpt). Die ganze Welt blickt im Moment auf Südafrika, wo hoch bezahlte Fußballkicker um die Weltmeisterschaft kämpfen. Dass der
gesamte Kontinent unter Hunger, Armut und der Weltwirtschaftskrise leidet, steht zurzeit ganz hinten an.
Doch neben Fußball hat Afrika noch viel mehr zu bieten, nämlich pure
Lebensfreude. Und davon konnten sich die Mindener beim Afrikafest am Kulturzentrum Büz, das zum Abschluss der Rio +18 Aktionswochen gefeiert wurde, hautnah überzeugen.
Organisator Stefan Straube-Neumann vom Informationszentrum 3. Welt
Minden ging in seiner Eröffnungsrede kurz auf die vor zwei Jahren beim G8-Gipfel in Heiligendamm gemachten und bislang nicht eingehaltenen Versprechen der Politiker in Richtung Bekämpfung von Hunger und Armut
ein. Mit den Rio+-Aktionswochen sollen jeweils Zeichen gesetzt werden.
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